Im Rückblick: Shades
Wir schreiben das Jahr 1986.
Der 18-jährige Chris Hülsbeck gewinnt einen Musikwettbewerb des Print-Magazins »64er«.
Der Name der Komposition: »Shades«.
»Ich war vollkommen überrascht, als der Anruf kam und bin danach mit Freudensprüngen durchs ganze Haus gerannt, um jedem davon zu erzählen«, erinnert er sich. »Das war ein Wink des Schicksals und definitiv eines der entscheidendsten Ereignisse in meinem Leben. Ich habe keine Ahnung, ob ich ohne den Wettbewerb jemals in der Industrie richtig Fuß gefasst hätte - und wahrscheinlich wäre mein Leben deutlich anders verlaufen«.
Wir schreiben das Jahr 1991.
Der mittlerweile für seine Spielesoundtracks bekannte Chris Hülsbeck veröffentlicht sein erstes Album. Im Booklet schreibt er: »Wenn ich die CD jetzt in der Hand halte, erfüllt mich ein ganz klein bisschen Stolz (oder auch ein bisschen mehr)«.
Sein Debütwerk mit dem Namen »Shades« verkauft bis heute fast 15.000 Einheiten und gilt als erfolgreichste deutsche Spielemusik-CD.
»Ich hatte schon seit meinen Tagen bei Rainbow Arts den Wunschtraum, eine CD in einem richtigen Tonstudio zu produzieren. Mit Hilfe von Freunden und Kollegen wie Factor 5 haben wir das nach ca. zwei Jahren Planung endlich in die Realität umgesetzt. Und dann haben uns die Fans die CDs bei der Kölner Messe förmlich aus den Händen gerissen! Die CD war ein wichtiger Meilenstein. Sie ermutigte uns, weitere Soundtracks zu produzieren und somit auch Pionierarbeit in Deutschland und Europa zu leisten«.
Wir schreiben das Jahr 2008.
Chris Hülsbeck ist der bekannteste deutsche Spielekomponist. Das Rundfunkorchester des WDR kündigt ein Portrait-Konzert mit seiner Musik an. Die Veranstaltung ist innerhalb von sechs Tagen ausverkauft. Auch für das Zusatzkonzert gibt es Monate vor dem Ereignis keine Tickets mehr.
Der Name der Veranstaltungen: »Symphonic Shades«.
»Mir ist im Laufe der letzten Monate der Vorbereitung nochmal so richtig klar geworden, was für ein monumentales Ereignis das wird. Denn welcher Komponist würde nicht alles dafür geben, um eine solche Sache erleben zu dürfen? Und ich kann nur sagen: obwohl ich zum Glück bereits etwas Erfahrung gesammelt habe, bei den Konzerten in Leipzig und Stockholm, schätze ich, dass ich speziell dieses Mal extrem aufgeregt sein werde«.
Und in Zukunft? Was macht Chris Hülsbeck nach den Konzerten in Köln? »Im Moment kann ich mir kaum etwas grösseres und besseres vorstellen, aber wer weiß, was meine bescheidene Zeit auf Erden noch so zu bieten hat. Ich lasse mich natürlich gerne überraschen«.

