Im Rückblick: Gem’X

Mit seinen Erinnerungen an die Produktion von »Gem’X« erzählt Chris Hülsbeck heute die letzte Anekdote in der »Symphonic Shades«-Reihe. Auf den Tag genau in einem Monat werden die restlos ausverkaufen Konzerte in Köln stattfinden. Endlich!

Vor 18 Jahren feierte der deutsche Entwickler KAIKO mit dem Spiel »Gem’X« seinen Einstand - und schon bei dem Debütwerk sollten keinen Zweifel daran aufkommen, dass es eine ausgeprägte Japan-Affinität im Team gab, die konsequent auch in Folgeprojekten wie »Apidya« fortgesetzt wurde. Und so kam es, dass ein gewisser C. Hylsic den Soundtrack für die kunterbunte Produktion beisteuerte: Unter Zeitdruck galt es, Steine nach vorgegebenen Mustern umzubauen. Die niedliche Präsentation im Manga-Stil täuschte geschickt über den stets anwachsenden Schwierigkeitsgrad hinweg.

Der Wunsch zur eigenen Firma hatte bereits längere Zeit bestanden, allerdings war das Trio zunächst damit beschäftigt gewesen, organisatorische Schwierigkeiten zu meistern. Chris Hülsbeck lächelt: »Vielleicht hätten wir den Schritt hin zu KAIKO schon eher gewagt, aber manche von uns mussten erst noch Schule oder Bundeswehr abschließen, bevor es in die Spieleproduktion ging«.

Die Idee zu »Gem’X« kam dem Grafiker des Teams, »unserem Mitbegründer und Design-Guru«, so der Komponist. »Unsere damalige Hauptproduktion Apidya benötigte mehr Entwicklungszeit als wir ursprünglich eingeplant hatten. Unser junges Unternehmen hatte noch nicht die nötigen finanziellen Rücklagen, um das zu überbrücken. Also suchten wir nach einem Zwischenprojekt - und ein Puzzlespiel war die logische Wahl«.

Chris Hülsbeck erinnert sich an die Besonderheit der Musik, die Neuland für ihn bedeutete: »Eine dezente und etwas zurückhaltende Instrumentierung war für Gem’X sehr wichtig, da man beim Knobeln sehr viel Zeit mit dem Soundtrack verbringt. Perkussive Instrumente wie Marimba passen dafür gut und gehen nach längerem Hören nicht auf die Nerven«.

Auch die Orchesterfassung beschreitet außergewöhnliche Wege, sie ist eine Hommage an den amerikanischen Komponisten Steve Reich: »Das war für uns die perfekte musikalische Möglichkeit, den niedlichen Charakter des Originals zu erhalten«, so Chris Hülsbeck.

Im Konzert mit dabei: »Gem’X (Main Theme)«.

  • Das Konzert

    Musik von Chris Hülsbeck, aufgeführt durch das WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Grammy-Preisträger Arnold Roth

    Solisten: Jari Salmela (Klavier) und Rony Barrak (Perkussion)

    CD-Mitschnitt (2. Auflage)
    Album auf iTunes
    Album auf Amazon-MP3
  • Chris Hülsbeck

    Für viele Spielefans ist Chris Hülsbeck der »Soundmagier«. Dabei hat er bloß einige der bekanntesten Melodien für Commodore 64 und Amiga komponiert, zum Beispiel für »The Great Giana Sisters« oder die »Turrican«-Reihe, auf beiden Homecomputern spezielle Musiksoftware entwickelt, mit synSONIQ ein eigenes Label für Spielemusik gegründet und neun CD-Alben veröffentlicht.
    Ein ganz normaler Held also.