Im Rückblick: The Great Giana Sisters

Ähnlichkeiten mit Videospielen aus Japan? Rein zufällig.
1987 starteten die deutschen Heldinnen Giana und Maria ihr gemeinsames Abenteuer durch Phantasiewelten. Unfreiwillig, denn die beiden Schwestern mussten sich aus einem Alptraum retten, in dem sie gefangen gehalten wurden. Lösung des Problems? Finden eines gigantischen Juwels natürlich!

Die Musik zum Spiel gehörte zu Chris Hülsbecks ersten Werken für den Hersteller Rainbow Arts: »Ich hatte die Firma auf eine Anzeige hin ganz frech angerufen und gefragt, ob sie Soundtracks für ihre Produktionen bräuchten. Die Schule war damals ehrlich gesagt nur eine Nebensache. Denn ich wusste einfach nicht, was ich später machen wollte… Nach den ersten Jobs für Rainbow Arts wurde mir das aber ganz schnell klar«, erinnert er sich.

Vier Wochen schrieb der Komponist am Soundtrack: »Allerdings kam es durch andere Projekte ab und an schon zu Unterbrechungen der Arbeit«. Wichtiges Hilfsmittel bei der Erstellung der Melodien war der Soundmonitor, ein Musikprogramm von Chris Hülsbeck höchstpersönlich. Jedoch war noch immer viel Programmierung nötig, bis auch die letzte Note perfekt passte. »Der Boss von Rainbow Arts war ein großer Fan von Madonna und fragte, ob ich etwas Ähnliches wie True Blue hinkriegen könnte. Das war dann die stilistische Grundinspiration für die Titelmusik«.

Vor einigen Monaten wurde eine Handy-Version von »Giana Sisters« veröffentlicht, wofür Chris Hülsbeck neue Musik schrieb. Perfekt, um in alten Zeiten zu schwelgen. »Das war ein kleines Projekt, bei dem ich viel Spaß hatte«. Die Aufgabe, den Stil des Originals neu zu interpretieren, fiel ihm dabei leicht: »Andererseits gab es aber einige Einschränkungen auf den Handys, was wiederum eine willkommene Herausforderung war«.

Und wie schnitt Chris Hülsbeck eigentlich ab, wenn er selbst »Giana Sisters« spielte? Er schmunzelt: »Ich habe damals noch ziemlich viele Computerspiele gezockt und konnte den Titel ohne weiteres bezwingen«.

Im Konzert mit dabei: »The Great Giana Sisters (Suite)«.

  • Das Konzert

    Musik von Chris Hülsbeck, aufgeführt durch das WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Grammy-Preisträger Arnold Roth

    Solisten: Jari Salmela (Klavier) und Rony Barrak (Perkussion)

    CD-Mitschnitt (2. Auflage)
    Album auf iTunes
    Album auf Amazon-MP3
  • Chris Hülsbeck

    Für viele Spielefans ist Chris Hülsbeck der »Soundmagier«. Dabei hat er bloß einige der bekanntesten Melodien für Commodore 64 und Amiga komponiert, zum Beispiel für »The Great Giana Sisters« oder die »Turrican«-Reihe, auf beiden Homecomputern spezielle Musiksoftware entwickelt, mit synSONIQ ein eigenes Label für Spielemusik gegründet und neun CD-Alben veröffentlicht.
    Ein ganz normaler Held also.