Im Rückblick: Tower of Babel

Schon lange vor »Licht am Ende des Tunnels« versuchte sich Chris Hülsbeck an Filmmusik: »Tower of Babel«, geschrieben als Untermalung des Abspanns einer fiktiven Hollywood-Großproduktion. Der Titel wurde 1991 auf seinem Debüt-Album »Shades« veröffentlicht.

Das Thema des Turmbaus wählte er nicht zufällig. Die heroischen, jedoch gotteslästerlichen Absichten der Schöpfer, die gepeinigten Arbeiter sowie das Scheitern des Vorhabens bildeten die Basis der Komposition: »Durch diese Wahl konnte ich die Musik abwechslungsreich anlegen: romantische Passagen wechseln sich mit unheilvollen, dunklen Melodien ab«.

Fans von Chris Hülsbeck wissen aber, dass »Tower of Babel« ebenso in die Welt der Computer- und Videospiele Einzug hielt: Fragmente des Titels finden sich in »Turrican II - The Final Fight« wieder. »Und als ich später an Super Turrican arbeitete, probierte ich dieses Stück als Chip-Musik umzusetzen. Es kam so gut beim Team an, dass wir es auch für das Spiel als Eröffnungssequenz benutzt haben«.

Im Booklet von »Shades« schrieb er vor 16 Jahren, »Tower of Babel« als Schlüssel dafür zu sehen, in Zukunft eventuell auch Streifen im Hollywood-Format zu vertonen. »Klar, heute hätte ich noch immer Lust auf einen großen Film, aber mit den Jahren habe ich auch gelernt, dass die Branche sehr überlaufen ist mit sehr talentierten Komponisten. Es ist extrem hart, in das Geschäft einzusteigen. Mittlerweile steht die Spielindustrie in Sachen Qualität und Budgets Filmen kaum noch nach, weshalb sich mein Traum schon teilweise erfüllt hat«, so Chris Hülsbeck.

Im Konzert mit dabei: »Tower of Babel«.

  • Das Konzert

    Musik von Chris Hülsbeck, aufgeführt durch das WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Grammy-Preisträger Arnold Roth

    Solisten: Jari Salmela (Klavier) und Rony Barrak (Perkussion)

    CD-Mitschnitt (2. Auflage)
    Album auf iTunes
    Album auf Amazon-MP3
  • Chris Hülsbeck

    Für viele Spielefans ist Chris Hülsbeck der »Soundmagier«. Dabei hat er bloß einige der bekanntesten Melodien für Commodore 64 und Amiga komponiert, zum Beispiel für »The Great Giana Sisters« oder die »Turrican«-Reihe, auf beiden Homecomputern spezielle Musiksoftware entwickelt, mit synSONIQ ein eigenes Label für Spielemusik gegründet und neun CD-Alben veröffentlicht.
    Ein ganz normaler Held also.