Im Rückblick: Licht am Ende des Tunnels

»Angst? Sein gutes Jackett ertrinkt bald in eisigem Schweiß. Aus den Augenwinkeln erkennt er ein Licht am Ende des Tunnels. Nein, zwei. Im Sternenschein fügen sich die Wolken über der Stadt zu geheimnisvollen, monströsen Schemen. Leichte Winde, warm zwar, aber doch kühlend, nähren eine laue, schmeichelnde Sommernacht«.

Niemals zuvor in seiner Karriere hat Chris Hülsbeck so düstere und traurige Töne angeschlagen wie in seinem Soundtrack zu »Licht am Ende des Tunnels«. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Autor Stephan Hangleiter beschreibt der Film die letzten Stunden eines Mannes, der plant, seinem Leben nach langer Enttäuschung ein Ende zu setzen. Die Produktion markierte 1999 die erste Zusammenarbeit des Komponisten mit Thomas Böcker und wurde auf diversen Festivals vorgestellt.

Chris Hülsbeck erinnert sich: »Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich die Vertonung übernehmen könnte. Thematisch war das Projekt absolutes Neuland für mich«. Er wagte das Experiment trotzdem und unterstrich damit eindrucksvoll seine musikalische Vielseitigkeit. Schon deswegen war es Chris Hülsbeck wichtig, »Licht am Ende des Tunnels« im August zu präsentieren: »Der Kontrast zu anderen Titeln im Programm ist beabsichtigt. Ich möchte mich nicht auf einen Stil festlegen lassen, sondern verschiedene Facetten meiner bisherigen Arbeit zeigen«.

Die Veröffentlichung der Musik losgelöst vom Film erfolgte erstmals Ende 2000 - als Bonustitel auf dem »Merregnon Soundtrack - Volume 1«. Im Konzert erwartet die Besucher ein Arrangement für Orchester und Chor. Chris Hülsbeck: »Für die Umsetzung haben wir uns dazu entschieden, Fokus auf die Streicher zu legen - mit gefühlvollen Soli für Geige und Cello«.

Im Konzert mit dabei: »Licht am Ende des Tunnels (Suite)«.

  • Das Konzert

    Musik von Chris Hülsbeck, aufgeführt durch das WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Grammy-Preisträger Arnold Roth

    Solisten: Jari Salmela (Klavier) und Rony Barrak (Perkussion)

    CD-Mitschnitt (2. Auflage)
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  • Chris Hülsbeck

    Für viele Spielefans ist Chris Hülsbeck der »Soundmagier«. Dabei hat er bloß einige der bekanntesten Melodien für Commodore 64 und Amiga komponiert, zum Beispiel für »The Great Giana Sisters« oder die »Turrican«-Reihe, auf beiden Homecomputern spezielle Musiksoftware entwickelt, mit synSONIQ ein eigenes Label für Spielemusik gegründet und neun CD-Alben veröffentlicht.
    Ein ganz normaler Held also.