Fünf Fragen an: Arrangeur Jonne Valtonen
Jonne Valtonen machte erstmals auf sich aufmerksam, als er unter dem Pseudonym »Purple Motion« die sogenannte Demoszene mit seiner elektronischen Musik in Aufruhr versetzte. Als Miteigentümer der Firma Valtone schreibt er heute Soundtracks für Computer- und Videospiele, komponiert für Theaterstücke - und arrangiert und orchestriert für Produktionen wie die Eröffnungskonzerte der »GC (Games Convention)«, »PLAY! A Video Game Symphony« - oder für Unternehmen wie SEGA Japan. Seit Anfang des Jahres ist er der musikalische Kopf für alle Orchesterprojekte bei Merregnon Studios.
Jonne Valtonen arrangiert und orchestriert den größten Teil der Musik für »Symphonic Shades - Hülsbeck in Concert« am 23. August 2008.
- Herr Valtonen, wie kamen Sie zu »Symphonic Shades«?
Vor einer ganzen Weile, genauer gesagt 1999, lernte ich Thomas Böcker kennen, den Produzenten von »Symphonic Shades«. Zu dieser Zeit arbeitete er gerade am ersten Teil der epischen »Merregnon«-Trilogie. Dafür steuerten Komponisten aus der Spielemusik- und Demoszene Titel bei. Ich wurde involviert - Gleiches galt für die Fortsetzung »Merregnon 2«, die 2002 mit Live-Instrumenten vornehmlich in Prag aufgenommen wurde.
Danach habe ich für Thomas für verschiedene Projekte arrangiert und orchestriert, die Arbeit wuchs kontinuierlich an. Schließlich fragte er mich, ob ich Lust hätte, bei »Symphonic Shades« mitzumachen.
- Musik von Chris Hülsbeck: Kennen Sie die Spiele und auch die Originalsoundtracks?
Selbstverständlich. Ich glaube, das erste Mal habe ich seine Musik in »R-Type« gehört. Damals wollte ich unbedingt einen Amiga haben, bekam aber leider niemals einen. Die Musik klang so phantastisch im Vergleich zu meinem C64.
Ich mochte auch »Giana Sisters« sehr, speziell den Anfang der Levelmusik mit seinen Windeffekten.
- Wie lange dauert es, einen Titel für das Konzert zu arrangieren?
Dank der großzügigen Zeitplanung habe ich den seltenen Luxus, mich in jedes einzelne Stück einarbeiten und quasi auf Inspiration warten zu können. Pro Tag arrangiere und orchestriere ich zwischen 30 - 60 Sekunden fertiger Musik.
Nachdem ich einen Titel abgeschlossen habe, lasse ich ihn ein paar Tage liegen - und überprüfe ihn dann nochmals. Ich suche ständig nach Fehlern, füge etwas hinzu oder ändere etwas komplett wenn ich glaube, dass es so effektiver ist.
- Wie schwierig ist es, die Musik für »Symphonic Shades« umzusetzen?
Ich muss mir neue musikalische Texturen ausdenken, neue Übergänge, oftmals auch eine Menge neuer Akkorde, die allerdings die ursprüngliche Melodie nicht zu sehr verändern dürfen. Ich muss schon viel selbst komponieren, dabei aber darauf achten, das Original von Chris Hülsbeck im Fokus zu behalten.
Die Originale kamen mit wenigen Soundkanälen aus. Nun werden sie für ein großes Orchester umgeschrieben. Wir haben eine ganze Menge Musiker bei »Symphonic Shades«, mehr als 100. Deswegen ist es manchmal etwas schwierig, es für alle von ihnen interessant zu gestalten. Also spannende Texturen und Farben zu finden, die es für das Orchester angenehm machen, die Musik aufzuführen. Sie muss logisch und natürlich aufgebaut sein.
- Haben Sie einen Lieblingstitel von Chris Hülsbeck?
»R-Type«. Ich liebe dieses Spiel. Ich liebe die Melodien. Sie sind so vielseitig. Ich bin selbst extrem gespannt darauf, diese Musik live zu hören!

